09.04. Pressemitteilung von Stadtrat Konrad Riedel zur Verkehrsplanung Georg-Schumann-Straße: „ÖPNV opfern für eine Handvoll Individualisten?“

Die von der Baubürgermeisterin Dubrau öffentlich verkündeten Pläne zum Ausbau der Georg-Schumann-Straße zeigen, daß sie so gar kein „grünen-nahes“ Gespür – die amtiert immerhin auf Ticket der Grünen – hat. Sonst würde sie nicht alles unternehmen, um den ÖPNV in dieser Stadt zu schädigen. Denn in der Schumannstraße soll auf höchste Planung hin durchgehend der ÖPNV durch den Autoverkehr behindert werden – nur damit statt eines die Verkehrsarten flexibel führenden Radfahrschutzstreifens ein Radweg für nach wie eine selbst in den „Teststrecken“ verschwindend geringe Minderheit von Radfahrern entsteht: Bis auf wenige Stellen mit getrenntem Gleiskörper wird einspurig geplant, das heißt, der ÖPNV wird dem Individualverkehr geopfert! Noch vor einigen Jahren argumentierte die grüne Stadtratsfraktion gegen den Individualverkehr mit zu vielen Autos…
Nun sollen kilometerlang die Autos auf die Schienen und die Bahn behindern, nur weil die Handvoll Radfahrer die Autos von deren Spuren verdrängen. Das Desaster geht damit erst richtig los. Daran ändert auch die Dubrau-Assistenz vom VCD nichts. Sämtliche aktuelle Diskussionen über die Finanzierung des ÖPNV werden ad absurdum geführt, wenn Bahnen und Busse ihre Attraktivität verlieren. Diese liegt in zuverlässig regelmäßigen und vor allem pünktlichen Fahrten. Zuallererst muß der ÖPNV Vorfahrt haben – so hatte es der Stadtrat in den 90er Jahren auch beschlossen und so wurde bisher auch geplant und gebaut (mit allen auch sinnlosen Auswüchsen).
Zu den angeblichen Autozahlen darf ein Hinweis nicht unterschlagen werden: Seit der Eröffnung der neuen B6 und also auch in der „dreijährigen Versuchs“phase war die Schumannstraße nie ohne Verkehrsbehinderungen (vor allem Bauarbeiten) befahrbar. Als wenn sich da nicht viele ihre eigenen Schleichwege suchen – auch durch Wohngebietsstraßen (Kirschberg-, Blücher-, Friedrich-Bosse-, Stahmelner Straße usw.)!
Die einzige Hoffnung, die bleibt, besteht im Zeitplan. Denn wenn dies in den nächsten 30 Jahren geschehen soll, ist Frau Dubrau längst in Rente – und neue Bürgermeister haben den Hut auf und nicht selten andere und bessere Ideen. So gab es einst ja Pläne die Straßen, die diagonal durch Leipzig laufen, durch den Mittleren Ring zu entlasten. Aber der wurde inzwischen zu Grabe getragen, obwohl wir dann heute viele Probleme weniger hätten. Also hoffen wir, daß diesmal die Zeit für Leipzig und den ÖPNV spielt.

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